Familie und Familienpolitik


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Taylors Roman verschmelze, so Bowen, die Qualitäten dieser berühmten Vorläufer. Und keine Frage: Wer Taylors jetzt erstmals auf Deutsch vorliegenden Roman liest, kann Bowens Einschätzung nur teilen. Elizabeth Taylor, in Reading geboren und in Penn gestorben, war selbst in ihrer Heimat lange Zeit keine stark beachtete Autorin. Zu sehr hielt sie sich von London und seinen Literaturzirkeln fern, zu bescheiden trat sie auf, versorgte klaglos Mann und Kinder, ohne je — mit Virginia Woolf zu sprechen — ein Zimmer für sich allein zu reklamieren, und schrieb, von ihrer Familie kaum registriert, an ihren wunderbar poetischen Romanen und Erzählungen weiter. Jenseits des Atlantiks hatte sie gewichtige Fürsprecher, darunter William Maxwell, selbst ein grandioser, lange Zeit unterschätzter Schriftsteller. Seine Hochachtung für Taylor ging so weit, dass er im Herbst das erste Kapitel von Versteckspiel komplett im New Yorker abdruckte — eine Ehre, wie sie nur wenigen Autoren zuteilwurde. Erst der Zürcher Dörlemann Verlag erkannte das Potenzial dieser Autorin, die so leise wie unerbittlich die — so Anne Tyler — absonderlichen Schattenseiten unserer sogenannten Zivilisation aufdeckte, und legt nach Ein Blick auf den Hafen nun einen zweiten Roman Taylors vor, der im Original den Titel A Game of Hide and Seek trägt. Harriet und Vesey — das sind die unglücklich Liebenden.

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Der Band umfasst neun Erzählungen, die angeschaltet verschiedenen Orten spielen, meist jedoch all the rage Berlin und Umgebung. Die Inhalte der Erzählungen sind ebenso unterschiedlich, den Figuren ist aber ein ähnliches Lebensgefühl und wenig verbale Kommunikation zu ihren Mitmenschen gemein. Die Protagonisten gestalten ihr Wohnen selten aktiv selbst und sind stattdessen Zuschauer und Statisten ihrer eigenen Geschichte.


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